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Vertragsstruktur

Asset-Deal vs. Share-Deal — welche Transaktionsstruktur passt zu Ihrem Portfolio-Exit?

Ein Portfolio-Exit lässt sich als klassischer Immobilienverkauf (Asset-Deal) oder als Anteilsverkauf der haltenden GmbH (Share-Deal) strukturieren. Die Unterschiede bei Steuer, Abwicklungskomplexität und Risikotransfer sind erheblich.

Option A

Asset-Deal

Was dafür spricht

  • Klare Vermögenstrennung: Käufer erwirbt nur die Immobilien, keine Altlasten der Verkäufer-Gesellschaft
  • Einfache Due Diligence — Grundbuch, Mietverträge, Bausubstanz als abgeschlossene Prüfgegenstände
  • Rechtssicherheit auch bei kleineren Portfolios (ab 1 Objekt)
  • Grunderwerbsteuer fällt an, aber keine Unsicherheit durch Share-Deal-Regeln

Wo die Grenzen liegen

  • Grunderwerbsteuer in voller Höhe (in BW 5,0 %) — bei 10-Mio.-Portfolio sind das 500.000 €
  • Jede Immobilie einzeln umzuschreiben (Grundbuchkosten, Notarkosten je Objekt)
  • Bestehende Darlehen müssen abgelöst oder neu aufgesetzt werden (Vorfälligkeitsentschädigung)

Geeignet für

Kleinere bis mittlere Portfolios (1-10 Objekte, unter 5 Mio. €), oder wenn die Verkäufer-GmbH weitere Aktivitäten hat.

Option B

Share-Deal

Was dafür spricht

  • Grunderwerbsteuer unter bestimmten Bedingungen vermeidbar (Share unter 90 % an mehrere Co-Investoren)
  • Eigentumsübergang ohne Grundbuchumschreibung — alle Immobilien bleiben in der gleichen GmbH
  • Bestehende Darlehen können in der GmbH bleiben — keine Ablösung, keine Vorfälligkeit
  • Eine Kaufvertragsurkunde für das gesamte Portfolio

Wo die Grenzen liegen

  • Käufer übernimmt alle Altlasten der GmbH (Steuer-Risiken, Arbeitsverträge, Garantien, Pensionsrückstellungen)
  • Intensive Due Diligence auf Gesellschaftsebene (Handelsregister, Bilanzen, Steuererklärungen, Pensionsverpflichtungen)
  • Seit 2021 nur noch bedingt steuerlich vorteilhaft (Share-Deal-Reform: 10-Jahres-Sperrfrist, 90-%-Schwelle)
  • Rechnet sich typischerweise erst ab 5-10 Mio. € Portfoliowert

Geeignet für

Große Portfolios (5+ Mio. €), Immobilien-Gesellschaften ohne operative Nebenaktivitäten, strukturierte Investoren-Konstruktionen.

Direkter Vergleich

Merkmal für Merkmal gegenübergestellt.

MerkmalAsset-DealShare-Deal
Grunderwerbsteuer5,0 % (BW)0 % bei sauberer Struktur
GrundbuchumschreibungPro Objekt nötigNicht nötig
Transaktionskosten (Notar, Grundbuch)Hoch (pro Immobilie)Gering (pauschal GmbH)
Übernahme Altlasten-RisikoKein RisikoVolles Risiko
Due-Diligence-AufwandModeratSehr hoch
Mindest-Portfoliogröße rentabelAb 1 ObjektAb ca. 5 Mio. €
Bestehende DarlehenAblösen oder neuBleiben in GmbH
Zeitaufwand gesamt10-16 Wochen12-20 Wochen
Empfehlung

Die Faustregel — und ihre Ausnahmen

Bei Portfolios unter ca. 5 Mio. € Wert ist der Asset-Deal fast immer die klügere Wahl: einfacher, weniger DD-Risiko, schneller. Ab 10 Mio. € kippt die Rechnung meist zugunsten des Share-Deals, vor allem wenn die haltende GmbH sauber strukturiert und ohne Nebengeschäfte ist. Zwischen 5-10 Mio. € ist es eine Einzelfall-Entscheidung, die von Grunderwerbsteuer-Belastung, Darlehensstruktur und Risikoprofil der GmbH abhängt. Unsere Due-Diligence-Analyse zeigt beide Varianten mit Zahlenvergleich auf — dann entscheiden Sie mit voller Information.

Vergleichsrechnung Asset vs. Share Deal für Ihr Portfolio anfragen

Häufige Fragen

Ist der Share-Deal nach der Reform 2021 überhaupt noch attraktiv?

Ja, aber enger. Die Schwelle ist von 95 % auf 90 % der Anteile gesenkt worden, die Sperrfrist von 5 auf 10 Jahre verlängert. Für Investoren mit mehreren Co-Investoren oder strukturierten Fonds bleibt Share-Deal-Planung sinnvoll — aber es braucht mehr Aufwand, um die Grunderwerbsteuer legal zu vermeiden. Pure 'Alleiniger Käufer kauft 100 %-GmbH' löst nun sofort Grunderwerbsteuer aus.

Welche Altlasten sind bei Share-Deal besonders problematisch?

Latente Steuern (v. a. nicht realisierte Wertsteigerungen), Pensionsrückstellungen aus Alt-Verträgen, Umweltaltlasten auf Betriebsgrundstücken, laufende Gerichtsverfahren, Bürgschaftsverpflichtungen und nicht deklarierte Arbeitsverhältnisse. Darum ist die Due Diligence so intensiv — jede übersehene Altlast wird zur Käufer-Last.

Wie lange dauert eine Share-Deal-Transaktion typischerweise?

Von NDA-Unterzeichnung bis Closing: 3-6 Monate. Asset-Deal ist meist 6-12 Wochen schneller, weil die DD deutlich weniger Bereiche abdecken muss. Wer Zeit kritisch hat, sollte Asset-Deal bevorzugen.

Kann ich als Verkäufer Einfluss darauf nehmen, welche Struktur gewählt wird?

Absolut. Viele Verkäufer bieten ihr Portfolio bewusst beide Wege an und lassen den Käufer entscheiden. Ist der Verkäufer eine Einzelperson mit einer Immobilie, kommt nur Asset-Deal in Frage. Ist es eine Immobilien-GmbH, kann beides angeboten werden — mit unterschiedlichen Preisen, da die Steuerersparnis beim Share-Deal typischerweise teilweise an den Verkäufer weitergegeben wird.

Welcher Weg rechnet sich für Ihre Situation?

Wir rechnen beide Szenarien mit Ihren konkreten Zahlen durch — kostenlos, unverbindlich, innerhalb von 24 Stunden.

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